Nebennierenschwäche

Die wieder entdeckte Ursache von Müdigkeit, Erschöpfung und chronischen Krankheiten

Was haben die Nebennieren mit Müdigkeit und Erschöpfung zu tun?

Die Nebennieren sind kleine, stark durchblutete Organe oberhalb der Nieren. Mit der Harnproduktion, wie die Nieren, haben sie allerdings überhaupt nichts zu tun. Die Nebennieren haben für den Körper vielmehr die Funktion eines „Akkus“. Sie „laden“ sich in der Nacht mit Substanzen auf, die sie am nächsten Tag abgeben können, den Nebennierenhormonen..
Einige dieser Nebennierenhormone sorgen für die Energie, die uns durch den Tag bringt. Das wichtigste davon trägt den Namen Cortisol (bitte nicht mit dem Begriff „Cortison“ verwechseln, der für eine Gruppe von Medikamenten steht). Neben der Förderung der Energieproduktion und damit der Bekämpfung von Müdigkeit hat Cortisol aber auch noch wichtige Funktionen in der Krankheitsabwehr, weshalb der Mangel zu verschiedenen Krankheiten führen kann. Weitere Nebennierenhormone sind Adrenalin und Noradrenalin. Auch sie haben viele Funktionen im Körper, die viel mit dessen Energieproduktion zu tun haben.

Zurück zum Cortisol: In Stresssituationen verbraucht der Körper besonders viel Cortisol. Eine Zeitlang schaffen es die Nebennieren, unter Stress diese große Menge Cortisol zu produzieren. Doch irgendwann ist Schluss: Chronische Überbelastung, also eine anhaltende Stresssituation, kann zum „Verschleiß führen“: Die Nebennieren produzieren nicht mehr genügend Cortisol.  Ist dieser Zustand eingetreten, spricht man von Nebennierenschwäche.

Wer unter Nebennierenschwäche leidet, fühlt sich aber häufig nicht nur müde und erschöpft. Auch eine Vielzahl von Krankheiten wird heute mit einer Erschöpfung der Nebennieren in Zusammenhang gebracht:

  • chronische Müdigkeit, Erschöpfung und Überforderungsgefühl bis hin zum Burn-Out-Syndrom
  • Allergien, Neurodermitis
  • Asthma
  • Chronische Erkältungen, Pilzinfektionen und Blasenentzündungen
  • Colitis ulcerosa
  • Depressionen
  • Endometriose
  • Fibromyalgie
  • Gewichtszunahme
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Lupus erythematodes
  • Morbus Crohn
  • Multiple Sklerose
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Nahrungsmittelallergien ( z.B. Laktose- /Fruktoseintoleranz)
  • Psoriasis (Schuppenflechte)
  • Regelschmerzen und Zyklusstörungen
  • Reizdarmsyndrom
  • Rheuma
  • Schilddrüsenüber- und Unterfunktion
  • Sterilität
  • Tinnitus

 

Nebennierenschwäche kann also die Ursache vieler chronischer Krankheiten sein!

Ist Nebennierenschwäche häufig?

Ja, Nebennierenschwäche ist sehr häufig. Aufgrund von Untersuchungen kann man davon ausgehen, dass mindestens 50 Prozent aller Menschen über 30 Jahre eine mehr oder weniger ausgeprägte Nebennierenschwäche haben. Der Grund liegt vermutlich in unserem schnellen, energieraubenden Lebensstil.

Ob sich die Nebennierenschwäche in Form von chronischer Müdigkeit oder einer der oben erwähnten Krankheiten bemerkbar macht, oder jemand gar nichts davon merkt, hängt manchmal rein vom Zufall ab.

Vielleicht aufgrund der unglaublichen Häufigkeit ist die „normale“ Form der Nebennierenschwäche nicht als Krankheit anerkannt,  sondern nur die schwere Form (bei der die Nebennieren fast gar kein Cortisol mehr produzieren). Aus diesem Grund müssen Patienten die Kosten für Untersuchung und Behandlung selbst tragen.


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