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Hilfe, mein Darm spielt verrückt!

Beschwerden des Magen-Darm-Traktes sind sehr häufig. In Deutschland leiden ca. 30 Prozent aller Menschen unter Darmsymptomen. Im Vordergrund stehen Durchfall und Blähungen, aber auch Verstopfung mit und ohne Schmerzen kann ein echtes Problem darstellen. Ca. 4 Millionen Deutsche haben so starke Beschwerden, dass sie bereits die Diagnose „Reizdarm“ erhalten haben, doch auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn (Entzündung des Dünndarms) oder Colitis ulcerosa (Entzündung des Dickdarms) werden immer häufiger. Die Therapie beschränkt sich bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa meist auf eine symptomatische Therapie, mit der zwar die Auswirkungen der Krankheiten bekämpft werden, aber nicht die Ursache.

Doch wird einmal die Diagnose „Reizdarm“ gestellt, dann bleibt die betroffene Person meist komplett sich selbst überlassen. Lesen Sie hier, welche neuen Forschungsergebnisse jetzt Licht in die wirklichen Ursachen von Darmkrankheiten bringen, welche Untersuchungen erforderlich sind, um diesen wirklichen Problem auf den Grund zu gehen (und es gibt immer einen Grund für Darmbeschwerden!) und wie eine an den Ursachen ansetzende Therapie aussehen kann.

Auswirkungen von Darmstörungen auf den Gesamtorganismus

Darmstörungen können eine Vielzahl von weiteren Krankheiten auslösen, an deren Zusammenhang nur selten gedacht wird:

  • Chronische Müdigkeit
  • Übergewicht
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Fibromyalgie
  • Arthritis
  • Kopfschmerzen
  • Depressionen und Angstzustände
  • Allergien
  • Asthma
  • Hautkrankheiten

Aus alldem wird klar, dass Darmstörungen ihr Schattendasein in der Medizin völlig zu Unrecht führen. Würden sie korrekt behandelt, könnten oft viele chronische Krankheiten mitverschwinden.

 

Diagnostik – auf die richtigen Untersuchungen kommt es an

Die Standard-Darmdiagnostik erstreckt sich meist auf eine Darmspiegelung und gelegentlich eine Stuhlkultur. Diese Untersuchungen sind wichtig, denn durch die Darmspiegelung lassen sich Darmkrebs und Entzündungen des Darms diagnostizieren, durch die Stuhlkultur schwere Infektionen.

Sind beide Untersuchungen aber unauffällig und dennoch Beschwerden vorhanden, dann erhält die betroffene Person meist die Diagnose „Reizdarm“. Jetzt hat sie ein Problem, denn Reizdarm gilt als kaum behandelbar. Viele Betroffene bekommen noch den Rat, sie sollen sich in Büchern über geeignete Maßnahmen wie Diäten informieren. Letztlich wird das Reizdarmsyndrom aber hauptsächlich als psychosomatische Krankheit gesehen. Damit wird vermutet, Erkrankte hätten ein psychisches Problem und am ehesten könnte nun der Psychologe weiterhelfen.

Unsere Erfahrungen gehen aber in eine völlig andere Richtung: Meist lassen sich auch bei „ausdiagnostizierten“ Patienten noch sehr viele interessante Befunde erheben, die für eine klare körperliche Krankheit sprechen und gegen ein rein psychosomatisches Geschehen. Meist werden bei der Diagnostik typische Fehler gemacht:

 

Die 7 häufigsten Fehler bei der Darmdiagnostik

  1. Eine exakte Bestimmung der Zahl der wichtigsten Stuhlkeime unterbleibt. Doch nur damit können Störungen im Gleichgewicht der Bakterien festgestellt werden. Häufig findet man zu wenig erwünschte gutartige Keime und zu viele unerwünschte Keime, die Entzündungen auslösen, welche man nicht in der Darmspiegelung erkennt und krank machende Gärungs- und Fäulnisprozesse fördern.
  2. Entzündungsmarker im Stuhl werden nicht überprüft. Hier gibt es ganz spezifische Marker, die genau das Ausmaß einer Entzündung zeigen. Sind sie erhöht, dann kann dies zum Beispiel ein Zeichen dafür sein, dass die Darmwand entzündet und übermäßig durchlässig ist („Leaky-Gut-Syndrom“). Folgen dieser erhöhten Permeabilität sind oft Nahrungsmittelallergien, da nun Nahrungspartikel durch die durchlässige Darmwand direkt ins Blut gelangen und vom Körperabwehrsystem als „feindliche“ Substanzen eingestuft und in bekämpft werden. Folgen dieses Problems sind einerseits Darmbeschwerden, die oft erst viele Stunden nach dem Essen auftreten und ein Zusammenhang daher meist gar nicht vermutet wird. Das Leaky-Gut-Syndrom kann aber auch die Ursache für eine Vielzahl anderer Beschwerden sein: Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen. Bei erhöhten Darm-Entzündungsmarkern sollte auch eine Blutuntersuchung erfolgen, die nachweist, auf welche Nahrungs- und Umweltbestandteile die betroffene Person reagiert.
  3. Es wird nicht auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten überprüft. Ein großer Fehler, denn fast alle Menschen mit Darmproblemen reagieren allergisch auf Nahrungsmittel, häufig aber sehr verzögert, so dass die Darmbeschwerden erst bis zu 3 Tagen nach der Mahlzeit auftreten können. Nur ein Bluttest kann zeigen, gegen welche Nahrungsmittel eine Unverträglichkeit besteht – die am Darm vorhandene Entzündungsvorgänge immer wieder aufflammen lassen.
  4. Verdauungsenzyme werden nicht überprüft. Bei manchen Menschen bilden Leber und Bauchspeicheldrüse zu wenig Verdauungsenzyme, also Stoffe, die dem Darm bei der Verdauung helfen. Folge eines solchen Mangels sind eine mangelhafte Verdauung und dadurch vermehrte Ausscheidung von Fett und Eiweißstoffen im Stuhl. Dadurch wiederum werden unerwünschte Keime besonders gut „gefüttert“, die Fäulnisprozesse mit Darmgas und „Vergiftung“ des Körpers mit ihren Abbaustoffen (so genannten Toxinen) fördern. Um die Verdauungsfunktion zu testen, sollten Verdauungsenzyme und Nahrungshilfsstoffe überprüft werden.
  5. Es wird nicht auf Histaminintoleranz getestet. Manche Menschen mit unerklärlichen Darmbeschwerden, aber auch Migräne oder Menstruationsschmerzen haben ein nur wenig bekanntes Problem: Einen Histaminüberschuss. Histamin ist eine Substanz, die vom Körper bei allergischen Vorgängen ausgeschüttet wird. Manche Nahrungsmittel (z.B. Sauerkraut, Hartkäse, Wein, Dauerwurst oder Räucherfleisch) enthalten viel Histamin. Kommt dann noch Histamin von übermäßig vorhandenen histaminbildenden Bakterien hinzu, läuft das Fass über: Die übergroße Menge Histamin verteilt sich im ganzen Körper und verursacht Beschwerden, die nicht immer mit dem Darm in Zusammenhang gebracht werden.
  6. Es wird nicht überprüft, ob eine Fruktose- oder Laktose-Intoleranz besteht. Viele Menschen können im Darm nicht so viel Milchzucker (Laktose) oder Fruchtzucker (Fruktose) abbauen, wie sie mit der Nahrung aufnehmen. Auch die Folgen dieser so genannten Laktose- oder Fruktose-Intoleranz machen sich oft in Form von Durchfall oder Blähungen bemerkbar.
  7. Es wird nicht getestet, ob Verdauungsrückstände im Stuhl vorhanden sind. Manche Menschen essen zu viele Kohlenhydrate, andere zu viele Fette oder Proteine. Vom Dünndarm unverdaute Nahrungsbestandteile, die dann im Dickdarm erscheinen, können Gärung und Fäulnis fördern. Ein Test zeigt, was unverdaut im Enddarm landet.

Weitere Untersuchungen erfolgen dann bei speziellen Fragestellungen.

Unserer Erfahrung nach lassen sich die Ursachen für die meisten Darmbeschwerden einfach finden – wenn die richtigen Untersuchungen gemacht, richtig interpretiert werden und eine gezielte Therapie eingeleitet wird.

 

Darmstörungen

© Adiano - fotolia.com

 

Behandlung – dem Darm wieder eine echte Chance geben

In unserer Gesundheitssprechstunde behandeln wir Patientinnen und Patienten mit Darmstörungen aller Art. Die Therapie besteht meist aus mehreren Schritten:

  • Meist ist es erforderlich, den Darm zunächst von den Keimen zu reinigen, die in zu großer Zahl vorliegen. Gleichzeitig werden entzündliche Veränderungen behandelt.
  • Substanzen, gegen die eine Unverträglichkeit nachgewiesen wurde, sollten eine Zeitlang gemieden und reduziert werden. Auch dies trägt zur Heilung der Darmwand bei.
  • Sie erhalten Hinweise darauf, wie Sie Ihre Ernährung allgemein umstellen sollten, damit die Heilung des Darms langfristig unterstützt wird.
  • Parallel erfolgt der Wiederaufbau einer gesunden Darmflora und nach einiger Zeit natürlich eine weitere Laborkontrolle. Schließlich wollen wir den Erfolg überprüfen und langfristig sichern.

Immer wieder werden bei Darmkrankheiten Diäten empfohlen, die nicht funktionieren. Das hat verschiedene Gründe:

  • Es wurde nicht überprüft, welche Grundprobleme überhaupt vorlagen. Dann kann übel enden: Oft wird zum Beispiel ballaststoffreiche Kost oder Vollkorn empfohlen, ohne jedoch abzuchecken, ob im Darm eine Entzündung vorliegt! Folge: Durch die „blinde“ Ernährungsempfehlung wird die Entzündung noch schlimmer.
  • Es wurde nicht nach Nahrungsmittelallergien gesucht und die betroffene Person ist ausgerechnet gegen einen – oder gleich mehrere! – der Stoffe allergisch, der in der Diät empfohlen wurden.
  • Andere Diäten sind durch ihre Einseitigkeit einerseits nicht langfristig durchzuhalten sind und schmecken auch nicht.

Mit all diesen Fehlern müssen Sie bei uns nicht rechnen. Erst wird exakt geprüft, wo die Probleme liegen und dann wird gezielt behandelt. Einseitige Diäten? Bringen meist nichts als neue Schwierigkeiten und sind nur selten erforderlich.

Der weitaus überwiegende Teil der zur Therapie der Darmstörungen eingesetzten Wirkstoffe entstammt der Natur. Nur bei starken Beschwerden müssen in der Anfangsphase manchmal so genannte „schulmedizinische“ Medikamente eingesetzt werden, um die schlimmsten Beschwerden schnell und effektiv zu verbessern. Dennoch: Die Therapie erfordert manchmal etwas Geduld. Manche Probleme bessern sich zwar schnell, doch andere brauchen teilweise viele Wochen. Das ist nicht verwunderlich: Bei manchen Menschen wurde die Darmflora durch Jahrzehnte falscher Therapien oder Ernährung beschädigt. Da ist es nicht ungewöhnlich, dass eine vollständige Heilung und Wiederaufbau auch einige Wochen bis wenige Monate in Anspruch nehmen kann.

Wollen Sie abnehmen?

In den meisten Fällen kann als Nebeneffekt eine Gewichtsabnahme von mehreren Kilo erreicht werden. Der Effekt wird zum einen durch die Verminderung unerwünschter Keime erreicht. Dadurch sinkt oft das Hungergefühl. Die Umstellung auf eine darmfreundliche Ernährung tut oft ihr Übriges.

 

Der erste Schritt zur Heilung: Unsere Darmsprechstunde

Für Patienten mit chronischen Darmbeschwerden und Reizdarm haben wir eine Spezial-Sprechstunde eingerichtet: Die Darmsprechstunde. In deren Rahmen können wir nicht nur die Krankheit behandeln, sondern ihre Gesundheit wiederherstellen und langfristig sichern.

Kosten

Die Kosten für Untersuchung und Behandlung lassen sich nicht pauschal angeben, da sie durch den individuellen Arbeits-, Beratungs-, Untersuchungs- und Laboraufwand bestimmt werden. Sie sind jedoch gering im Vergleich zu den langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen der Erkrankung und können im Rahmen des Erstgespräches ungefähr ermittelt werden.

Die Kosten werden nach der Gebührenordnung für Ärzte berechnet und von privaten Krankenversicherungen in der Regel erstattet. Die komplexe und meist sehr zeitaufwendige Differenzialdiagnostik äußert sich bei der Rechnungsstellung teilweise in Steigerungssätzen, die über dem 2,3-fachen Satz liegen. Post- und Bahnbeamtenkrankenkassen erstatten oft nur den 1,9-fachen Satz, so dass eine geringe Eigenbeteiligung des Patienten die Folge sein kann.

Eine Direktabrechnung über die Versichertenkarte der gesetzlichen Krankenversicherung ist nicht möglich, da es sich bei der Sprechstunde um eine reine Privatsprechstunde handelt. Es gibt jedoch Gerichtsurteile, in denen gesetzliche Krankenkassen verpflichtet wurden, Diagnostik- und Therapiekosten zu erstatten, die zunächst privat bezahlt wurden. Voraussetzung dafür war, dass bisherige Therapien nicht hilfreich waren. Selbstverständlich belegen wir für die Krankenkasse gerne die Notwendigkeit der Therapie und begründen die Rechnungsstellung. In Einzelfällen fanden auch bereits Kostenerstattungen durch gesetzliche Krankenkassen statt.

Was muss ich tun, um einen Termin in der Darmsprechstunde zu erhalten?

Melden Sie sich unter unserer Termin-Telefonnummer 07334 / 92 31 80 in der Praxis an. Die Darmsprechstunde findet immer donnerstags statt.

 

Wer behandelt?

Dr. med. Markus Windstoßer therapiert seit Jahren Patienten mit Darmkrankheiten, chronischer Müdigkeit und chronischen Krankheiten. Wichtig ist ihm die gesamtheitliche Sicht aller vorliegenden Gesundheitsstörungen, denn häufig lässt sich auch eine Vielzahl von gleichzeitig bestehenden Symptomen auf eine einzige oder zumindest auf sehr wenige Ursachen zurückführen. Zweck dieser Sicht ist eine Therapie, die nicht nur Symptome behandelt, sondern zu wirklicher Heilung führen soll.

Er hat – wie so viele Menschen – eigene und familiäre Erfahrung mit chronischer Müdigkeit, CFS und Burnout und ist Autor des Buches „Nie mehr erschöpft!“, Arzt für präventive Medizin (AGeP), traditionelle chinesische Medizin, Arzt für Notfallmedizin und Frauenarzt.

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